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1929 - 1949

1929

„In einem kleinen Nebenzimmer der HSV-Baracke, dem Vereinslokal des Hockenheimer Sportvereins, saßen im Herbst des Jahres 1929 Karl und Willi Steinmeyer, Karl, Fritz und Ernst Perino, Georg Lebkücher, Gustav Zimmermann, Josef Ballweg, Theodor Gabel, Franz Hoffmann und Hermann Kreimes beisammen und gründeten den ersten Hockenheimer Schachklub". Mit diesen Worten beginnt die Hockenheimer Vereinschronik, die aufgrund authen-tischen Materials von Eduard Cermak verfasst und dem Verein zum 25-jährigen Bestehen am 25.September 1955 übergeben wurde.

Mit dieser Chronik - die in gebundener Form, handgeschrieben und handgefertigt erhalten geblieben ist - hat sich Eduard Cermak um den Verein verdient gemacht.

Obwohl das Gründungsjahr eindeutig auf das Jahr 1929 festgelegt werden kann, führte der Verein den Namen „Schachklub 1930 Hockenheim". Eine Unstimmigkeit, die nie geklärt werden konnte.

 

1930 - 1932

In dieser Zeit wurden noch keine Turnierspiele ausgetragen. Man beschränkte sich auf Spiele der Mitglieder untereinander. Die Vereinslokale wechselten. Bereits im Jahre 1931 lief der Betrieb im Volkshaus und zwar Sonntag vormittags. Die Vereinsleitung hatte Karl Steinmeyer inne. Man knüpfte erste Kontakte zu benachbarten Vereinen und wechselte über den Fuchsbau und den Zähringer Hof, bis man 1933 im Gasthaus Adler landete.

 

1933 - 1934

Im Jahre 1933 wurde das 1. Vereinsturnier gestartet: 1. und damit Stadtmeister wurde Georg Lebkücher, 2. Theodor Gabel, 3. Karl Steinmeyer, 4. Ballweg, 5. H. Pfisterer, 6. Karl Zahn, 7. Fritz Weiß, 8. H. Steinmeyer, 9. Fr. Perino, 10. G. Zimmermann, 11. 0. Hoffmann, 12. Fahlbusch, 13. W. Blattner, 14. Wilhelm Schäfer, 15. Karl Blattner, 16. F. Zahn, 17. W. Steinmeyer, 18. K. Perino, 19. Sendelbach und 20. Fr. Piazolo.

Die erstmalige Teilnahme am Turnier-Schach in der Form der Verbandsspiele brachte dem Schachclub 1930 Hockenheim auch sofort den 2. Tabellenplatz ein. Die Ergebnisse: Ketsch - 1930 Hockenheim 5,5:4,5,  Oftersheim - Hockenheim 6:4,  Rheinau- 1930   2:8,  1930 - Pfingstberg 2:8,  1930 - Ketsch 5:5, 1930 - Oftersheim 7,5:2,5,   Pfingstberg - 1930 8:2, Plankstadt - 1930 2:8. Immer wieder wurden  Freundschaftskämpfe ausgetragen, um das Spielniveau zu heben.

Die Vorstandschaft wechselte. 1934 übernahm Fritz Weis die Vereinsleitung, die er jedoch im nächsten Jahr an ein neues Team abgab.

 

1935 - 1939

Diese Vorstandschaft, bestehend aus Karl Zahn (Vorsitzender), Fritz Fahlbusch (Schriftführer), Georg Lebkücher (Spielleiter) und Gustav Zimmermann (Kassier), übernahm die Vereinsführung und forcierte die Freundschaftsspiele, während die Verbandsspiele noch sehr im Argen lagen. Der Städtekampf Hockenheim - Schwetzingen kam in Mode und die 4 Wettkämpfe endeten mit 21,5 : 17,5 für den Schachclub 1930. Schon damals erkannte man die Bedeutung der Jugendarbeit, von Lehrer Fahlbusch eingeführt und von Oberlehrer Josef Fischer erfolgreich weiter geführt. In Jugendturnieren holte man sich die nötige Spielerfahrung.

Die Vereinsmeisterschaft 1935 holte sich der Jugendliche Karl Blattner, vor Th. Gabel und Gg. Lebkücher. In der nunmehr 1. Stadtmeisterschaft gewann Theodor Gabel vor Hermann Pfisterer. Die Vereinsmeisterschaft des Jahres 1937 gewann mit gleicher Punktezahl Th. Gabel und Gg. Lebkücher. 3. Platz Josef Fischer, dann K. Zahn, K. Blattner und W. Schäfer. Stadtmeister wurde Theodor Gabel vor Fritz Weiß und Georg Lebkücher. Interessant auch das Vereinsturnier 1939, das Georg Lebkücher als Sieger sah. F. Weiß, W. Schäfer, J. Fischer, K. Zahn, K. Steinmeyer, K. Eisinger, G. Zimmermann, L. Pfaff, K. Tschan, W. Steinmeyer, O. Hoffmann, E. Patzer und J. Siebert lagen der aufgeführten Reihenfolge nach auf den Plätzen. Überraschend war damals der Sieg um den Schach-Wanderpreis des Bezirks Rhein - Neckar zwischen Heidelberg, Handschuhsheim, Schwetzingen und Hockenheim.

Doch der absolute Höhepunkt dieses Jahres war der Besuch des weltberühmten Großmeisters Bogoljubow, der im Spiellokal Zum Löwen vor zahlreichen „Schächern" eine erweiterte Lehrstunde im Schach erteilte. Das anschließende Simultanspiel des Großmeisters war eine großartige Werbung für den Schachsport. Bogoljubow spielte gegen 37 Gegner simultan und gegen zwei Spieler ,,blind". „Bogol" gewann 27 Partien, remisierte acht und musste zwei Partien verloren geben; gesiegt hatten Wolf (Hockenheim) und Langlotz (Neulußheim). Aus den zwei Blindpartien holte der Gast 1,5 Punkte. Der symphatische Zigarrenraucher Bogoljubow betrieb mit seiner großvolumigen Zigarre auch gleichzeitig noch Werbung für die Tabakstadt Hockenheim.

 

1940 - 1945

Dieses blühende Vereinsleben neigte sich für den Schachclub 1930 Hockenheim mit Kriegsbeginn im September 1939 dem Ende zu. Der Spielbetrieb konnte nur noch sporadisch aufrecht erhalten werden. So kam 1940 noch ein Vereinsturnier zustande, wobei Zimmermann den           l., Schäfer den 2. und Steinmeyer K. den 3. Platz belegten.

Der totale Zusammenbruch bei Kriegsende im Mai 1945 brachte u. a. auch das Ende jeder Vereinstätigkeit in Hockenheim. Riesengroß waren die persönlichen Sorgen. Trotzdem fanden sich die ersten Schächer bald wieder zusammen. Karl Tschan, Adolf Marker und Gustav Zimmermann riefen zur Zusammenkunft in den Gasthof ,,Löwen" zur Wiederbelebung des alten Vereins. Der Pflug und der Zähringer Hof (H. Kreimes) waren Zwischenstationen, das Gasthaus Adler unter der Ägide des Mitglieds Karl Müller die vorläufige Endstation unter der Vorstandschaft von G. Zimmermann, Schriftführer Karl Tschan, Kassier H. Lehr und Spielführer Bruno Bach. Noch konnte man von einer offiziellen Schachtätigkeit nicht reden.

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